Die Gemeinde Nordrach zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernehmen.
Als die Sanierung des maroden Freibads für die Kommune finanziell und personell kaum realisierbar schien, gründeten engagierte Einwohner:innen einen Förderverein – und übernahmen Planung, Finanzierung, Organisation und schließlich auch den laufenden Betrieb des Bades.
Für diese außergewöhnliche Form gemeinschaftlicher Selbstorganisation wird Nordrach mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Bürgerbeteiligung“ ausgezeichnet.




Die Technik und Bausubstanz des 1974 erbauten Warmwasserbades waren stark veraltet.
Aus Sicherheitsgründen musste der Badebetrieb eingestellt werden. Die im Raum stehenden vier Millionen Euro für eine professionelle Sanierung oder einen Neubau waren für die Gemeinde nicht zu stemmen – weder in der Umsetzung noch im späteren Betrieb.


2021 gründete sich ein Förderverein, der die Sanierung in die eigene Hand nahm. Innerhalb von nur eineinhalb Jahren wurden:
Planungen entwickelt,
Material- und Geldspenden gesammelt,
Firmen koordiniert,
behördliche Abstimmungen geführt und
zehntausende ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.
Eine Million Euro stiftete der Unternehmer Erwin Junker; die Gemeinde ergänzte weitere 800.000 Euro. Am Ende standen rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung – und dennoch konnte sogar mehr umgesetzt werden als ursprünglich geplant war. Nach Fertigstellung übernimmt der Verein auch den Betrieb. Das Bad wird als modernes, wartungsarmes Edelstahlbecken geführt und kann durch kalkulierbare Kosten dauerhaft erhalten bleiben.
Das Projekt stärkte nicht nur die Infrastruktur, sondern auch den Zusammenhalt im Ort.
Viele Nordracherinnen und Nordracher empfanden die Sanierung als Bewahrung eines Stücks Heimat – etwas, das man nicht einfach aufgeben wollte. Die Bereitschaft, selbst anzupacken, mobilisierte Menschen aller Generationen und schuf eine Atmosphäre, in der die Gemeinde als handlungsfähig und verlässlich wahrgenommen wurde. Durch die Übernahme des Badebetriebs durch den Förderverein ist der Fortbestand zudem dauerhaft gesichert – sowohl finanziell als auch organisatorisch.
Besonders bemerkenswert war die Zusammenarbeit während der Bauphase: Laut dem verantwortlichen Architekten habe es „keinerlei menschengemachte Probleme“ gegeben. Die Zusammenarbeit sei durchweg konstruktiv, lösungsorientiert und von einem außergewöhnlichen Gemeinschaftsgeist geprägt gewesen.
außergewöhnlich starkes ehrenamtliches Engagement
klare Aufgabenverteilung zwischen Verein und Gemeinde
breite finanzielle Unterstützung durch Spenden
professionelle Koordination durch Architekt & Vorstandsteam
realistische Kostenplanung und termingetreue Umsetzung

Die Jury würdigt Nordrach als eindrucksvolles Beispiel für gelebte Bürgerbeteiligung im besten Sinne: „Ein Projekt, das ohne staatliche Standardprozesse auskommt und dennoch professionell umgesetzt wurde – getragen von unzähligen Schultern, hoher Motivation und sichtbarer Verbundenheit.“
Einwohnerzahl: rund 1.900 Menschen
Geografische Lage: Kleines Schwarzwaldtal im Ortenaukreis, zwischen Offenburg und dem Harmersbachtal gelegen
Besonderheiten: staatlich anerkannter Luftkurort; starkes Vereinsleben; hohe Gemeinwohlorientierung; bekannt für außergewöhnlich engagierte Bürgerschaft („Hilfe zur Selbsthilfe“-Tradition); landschaftlich geprägter ländlicher Raum

Seien Sie dabei, wenn wir herausragende Konzepte und Engagement feiern!
Reichen Sie Ihr Projekt in der Kategorie Bürgerbeteiligung ein und zeigen Sie der fachkundigen Jury, wie Sie ihre Bürger:innen mit „ins Boot holen“.
Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2026. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.
