STADT PFORZHEIM

WAS WIRD AUS UNSEREM PARK?

PFORZHEIM: EIN VORBILDLICHER BETEILIGUNGSPROZESS FÜR DEN „ALTEN FRIEDHOF“

Mit dem Projekt „Was wird aus unserem Park?“ zeigt die Stadt Pforzheim, wie Bürgerbeteiligung als tragende Säule moderner Stadtentwicklung funktionieren kann.

Der mehrstufige Beteiligungsprozess zur klimawandelgerechten Umgestaltung des Parks „Alter Friedhof | Ehemalige Stadtgärtnerei” verbindet Onlineformate, Bürgerrat, Jugendbeteiligung und analoge Dialogangebote. Für dieses umfassende Vorgehen wird Pforzheim mit dem ersten Platz in der Kategorie „Bürgerbeteiligung“ ausgezeichnet.

Zwei Personen präsentieren Urkunde und Trophäe des Staatsanzeiger Awards 2025 und freuen sich über den ersten Platz für das Projekt der Stadt Pforzheim.
Teilnehmende einer Veranstaltung stehen an Stehtischen in einem Innenraum; ein Mann hebt die Arme, während andere Gäste bei einem Empfang miteinander ins Gespräch kommen.

AUSGANGSLAGE: EIN PARK IM KLIMAWANDEL

Der 2,4 Hektar große Park in der Oststadt wird mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ neu gestaltet.

Der enge Förderzeitraum bis Ende 2026 setzte die Verwaltung unter Zeitdruck – alle Schritte von Planung bis Bau müssen fristgerecht umgesetzt werden.

EIN MEHRSTUFIGER PROZESS – VON ANFANG AN ERGEBNISOFFEN

Trotzdem – oder gerade deshalb – entschied sich die Stadt für eine frühzeitige, ergebnisoffene Bürgerbeteiligung, noch bevor die Förderung offiziell bewilligt war. Pforzheim kombinierte dafür unterschiedliche Formate, um möglichst viele Menschen zu erreichen:

Beteiligungsbeirat: Einbindung von Bürgerschaft, Gemeinderat, Verwaltung und Jugendgemeinderat in die Grundkonzeption.

Bürgerrat: zufällig ausgewählte Anwohner:innen aus der Oststadt entwickelten in einem 1,5-tägigen Workshop über 120 Ideen. Um auch bildungsfernere Gruppen zu erreichen, setzte das Team auf persönliche Hausbesuche.

Bürgertreff im World-Café-Format: Öffentliche Veranstaltung im Gasometer, bei der Ergebnisse vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt wurden.

Onlinebeteiligung über mitmachen-pforzheim.de: Digitale Beteiligung für alle – mit Schwerpunkt auf jugendgerechten Zugängen und Schulkooperationen.

Jugendbeteiligung: „Eat & Talk“-Workshops im Jugendkeller, direkte Ansprache von Jugendlichen im Park.

Quartier | Werkstatt (im Tiny House): Sechs Wochen Mitmach- und Dialogangebote direkt im Park, inklusive Präsentation der Planentwürfe.

Die Ergebnisse aller Beteiligungsphasen flossen in die finalen Planentwürfe ein – sichtbar, transparent und für die Bürgerschaft nachvollziehbar.

 

VIELFÄLTIGE FORMATE – BREITE ZIELGRUPPEN

Die Stadt kombinierte persönliche Ansprache, digitale Tools und niedrigschwellige Aktionen.

Besonders bemerkenswert ist die Aktivierung bildungsfernerer Anwohnerinnen und Anwohner: Mitarbeitende suchten Zufallsbürgerinnen und -bürger persönlich zu Hause auf, boten Kinderbetreuung während der Veranstaltungen und sprachen vor Ort Jugendliche an.

Aus dem Bürgerrat heraus gründete sich die Initiative „Lebenswerte Oststadt“, die bis heute als Ansprechpartnerin für den Stadtteil fungiert. Sie begleitet die weiteren Schritte zum Umbau des Parks, unterstützt neue Beteiligungsformate wie den Fußverkehrs-Check und stärkt das nachbarschaftliche Engagement dauerhaft.

ERFOLGSFAKTOREN:

frühzeitige und verbindliche Beteiligung bereits vor offizieller Förderzusage

gezielte Aktivierung schwer erreichbarer Gruppen (u. a. persönliche Hausbesuche, Kinderbetreuung, aufsuchende Jugendarbeit)

Kombination aus analogen und digitalen Formaten mit klarer Prozesslogik

professionelle Moderation (z. B. Dynamic Facilitation im Bürgerrat)

Gruppe von fünf Personen steht nebeneinander in einem Innenraum und lächelt in die Kamera, vermutlich bei einem gemeinsamen Termin oder Treffen in einem Büro- oder Veranstaltungsumfeld.

WARUM DIE JURY ÜBERZEUGT WAR

Die Jury würdigt die Strategie, Konsequenz und Tiefe des mehrstufigen Vorgehens – insbesondere die Verbindung von Klimaanpassung, sozialer Inklusion und echter Mitgestaltung:

„Der künftige Park entsteht nicht von oben, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort – ein Beispiel demokratischer Stadtentwicklung mit Vorbildcharakter“, so heißt es in der Jurybegründung.

Ein Bauplan bzw. eine technische Projektgrafik liegt auf einem Tisch oder einer Unterlage; darüber ist eine transparente blaue Überlagerung mit Smartphone‑/Diagramm-Elementen zu sehen.
Außenansicht eines hölzernen Gartenhauses bzw. Schuppens mit geschlossenen Fenstern; im Hintergrund wirkt die Umgebung neblig oder bewölkt.
Gelbes Buch-/Cover-Design mit grünem Text „Klimawandel und Anpassung: Was wird aus unserem Park?“ im Vordergrund.
Eine Person zeigt auf einen großen Bauplan an einer Wand; im Raum sind weitere Pläne/Karten an Pinnwänden oder Wänden zu sehen.
Veranstaltungssaal mit mehreren Teilnehmenden an Tischen; im Hintergrund ist eine große Projektion mit der Aufschrift „PERGAMON“ sichtbar.

STADT PFORZHEIM

Einwohnerzahl: rund 130.000 Menschen

Geografische Lage: Nordrand des Schwarzwalds, Oberzentrum der Region Nordschwarzwald, Stadtkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe

Besonderheiten: traditionelle „Goldstadt“ mit starker Schmuck- und Uhrenindustrie, hohe Bevölkerungsvielfalt und ausgeprägte Quartiersstrukturen

BEWERBEN SIE SICH JETZT!

Seien Sie dabei, wenn wir herausragende Konzepte und Engagement feiern!

Reichen Sie Ihr Projekt in der Kategorie Bürgerbeteiligung ein und zeigen Sie der fachkundigen Jury, wie Sie ihre Bürger:innen mit „ins Boot holen“.
Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2026. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.