Mit dem Projekt „Was wird aus unserem Park?“ zeigt die Stadt Pforzheim, wie Bürgerbeteiligung als tragende Säule moderner Stadtentwicklung funktionieren kann.
Der mehrstufige Beteiligungsprozess zur klimawandelgerechten Umgestaltung des Parks „Alter Friedhof | Ehemalige Stadtgärtnerei” verbindet Onlineformate, Bürgerrat, Jugendbeteiligung und analoge Dialogangebote. Für dieses umfassende Vorgehen wird Pforzheim mit dem ersten Platz in der Kategorie „Bürgerbeteiligung“ ausgezeichnet.




Der 2,4 Hektar große Park in der Oststadt wird mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ neu gestaltet.
Der enge Förderzeitraum bis Ende 2026 setzte die Verwaltung unter Zeitdruck – alle Schritte von Planung bis Bau müssen fristgerecht umgesetzt werden.


Trotzdem – oder gerade deshalb – entschied sich die Stadt für eine frühzeitige, ergebnisoffene Bürgerbeteiligung, noch bevor die Förderung offiziell bewilligt war. Pforzheim kombinierte dafür unterschiedliche Formate, um möglichst viele Menschen zu erreichen:
Beteiligungsbeirat: Einbindung von Bürgerschaft, Gemeinderat, Verwaltung und Jugendgemeinderat in die Grundkonzeption.
Bürgerrat: zufällig ausgewählte Anwohner:innen aus der Oststadt entwickelten in einem 1,5-tägigen Workshop über 120 Ideen. Um auch bildungsfernere Gruppen zu erreichen, setzte das Team auf persönliche Hausbesuche.
Bürgertreff im World-Café-Format: Öffentliche Veranstaltung im Gasometer, bei der Ergebnisse vorgestellt, diskutiert und weiterentwickelt wurden.
Onlinebeteiligung über mitmachen-pforzheim.de: Digitale Beteiligung für alle – mit Schwerpunkt auf jugendgerechten Zugängen und Schulkooperationen.
Jugendbeteiligung: „Eat & Talk“-Workshops im Jugendkeller, direkte Ansprache von Jugendlichen im Park.
Quartier | Werkstatt (im Tiny House): Sechs Wochen Mitmach- und Dialogangebote direkt im Park, inklusive Präsentation der Planentwürfe.
Die Ergebnisse aller Beteiligungsphasen flossen in die finalen Planentwürfe ein – sichtbar, transparent und für die Bürgerschaft nachvollziehbar.
Die Stadt kombinierte persönliche Ansprache, digitale Tools und niedrigschwellige Aktionen.
Besonders bemerkenswert ist die Aktivierung bildungsfernerer Anwohnerinnen und Anwohner: Mitarbeitende suchten Zufallsbürgerinnen und -bürger persönlich zu Hause auf, boten Kinderbetreuung während der Veranstaltungen und sprachen vor Ort Jugendliche an.
Aus dem Bürgerrat heraus gründete sich die Initiative „Lebenswerte Oststadt“, die bis heute als Ansprechpartnerin für den Stadtteil fungiert. Sie begleitet die weiteren Schritte zum Umbau des Parks, unterstützt neue Beteiligungsformate wie den Fußverkehrs-Check und stärkt das nachbarschaftliche Engagement dauerhaft.
frühzeitige und verbindliche Beteiligung bereits vor offizieller Förderzusage
gezielte Aktivierung schwer erreichbarer Gruppen (u. a. persönliche Hausbesuche, Kinderbetreuung, aufsuchende Jugendarbeit)
Kombination aus analogen und digitalen Formaten mit klarer Prozesslogik
professionelle Moderation (z. B. Dynamic Facilitation im Bürgerrat)

Die Jury würdigt die Strategie, Konsequenz und Tiefe des mehrstufigen Vorgehens – insbesondere die Verbindung von Klimaanpassung, sozialer Inklusion und echter Mitgestaltung:
„Der künftige Park entsteht nicht von oben, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort – ein Beispiel demokratischer Stadtentwicklung mit Vorbildcharakter“, so heißt es in der Jurybegründung.
Einwohnerzahl: rund 130.000 Menschen
Geografische Lage: Nordrand des Schwarzwalds, Oberzentrum der Region Nordschwarzwald, Stadtkreis im Regierungsbezirk Karlsruhe
Besonderheiten: traditionelle „Goldstadt“ mit starker Schmuck- und Uhrenindustrie, hohe Bevölkerungsvielfalt und ausgeprägte Quartiersstrukturen

Seien Sie dabei, wenn wir herausragende Konzepte und Engagement feiern!
Reichen Sie Ihr Projekt in der Kategorie Bürgerbeteiligung ein und zeigen Sie der fachkundigen Jury, wie Sie ihre Bürger:innen mit „ins Boot holen“.
Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2026. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.
